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Cradle One
Foto: Wikimedia.com

Cradle One

«Man schafft niemals Veränderung, indem man das Bestehende bekämpft. Um etwas zu verändern, baut man Modelle, die das Alte überflüssig machen.»
Richard Buckminster Fuller, 1957
Cradle To Cradle Visionäre - Häuser wie Bäume und Städte wie Wälder!

Buckminster Fuller war ein Visionär. Visionäre sind dem Leben und den Menschen zugewandte Persönlichkeiten mit der Gabe der Vorausschau. Fuller sagte vor Jahrzehnten voraus, dass wir uns u.a. bezüglich unseres Klimas genau in die Situation manövrieren würden, in der wir uns heute befinden. Würden wir die endlichen fossilen Ressourcen, die in Jahrmillionen aus Pflanzen entstan-den sind, weiterhin rücksichtslos ausbeuten und Kohlenstoff in unsere Atmosphäre freisetzen, dann würde das zu einem Klimawandel führen, der den Erhalt allen Lebens auf der Erde bedroht. Statt einer zerstörerischen Revolution empfahl Buckminster Fuller den Weg einer sanften Evolution.

Seitdem haben viele andere Visionäre Lösungswege aufgezeigt, wie wir zu einer Lebensweise zurückfinden, die Mensch und Gemeinschaft unterstützt, dauerhaft trägt und das Leben auf dem Planeten fördert. Visionäre werden oft als weltfremde „Spinner“, „Theoretiker“ oder „Künstler“ verspottet, während uns „Pragmatiker“ und „Realisten“ exakt in die Situation geführt haben, in der wir uns heute befinden. Sie ist direkte Folge von Entscheidungen und Handlungen von „Leadern“ und Strukturen mit unzureichender Denkweise. Visionäre orientieren sich an der komplexen Wirklichkeit, sie denken umfassend und vorausschauend.

Aristoteles sagte, dass alle Politik mit der Betrachtung der Wirklichkeit beginnen würde[1]. Wären wir nicht gut beraten, stärker auf unsere Visionäre zu hören, ihnen zu vertrauen und sie zukünftig maßgeblich an den wesentlichen Entscheidungen zu beteiligen? Sie waren immer nahe an der Wirklichkeit. Angesichts der unnötig und fahrlässig  vergeudeten Zeit durch unzureichendes Denken, Planen und Handeln, wäre es naheliegend, zukünftig diejenigen an den maßgeblichen Entscheidungen zu beteiligen, deren Einschätzungen und Empfehlungen sich im Nachhinein als richtig herausgestellt haben, von den etablierten Strukturen und deren Vertreter aber erst ignoriert, dann belächelt und später bekämpft  wurden. Fast alle unserer Probleme wären heute gelöst oder gar nicht erst entstanden. Die Perspektive  für unsere Kinder- und Kindeskinder wäre heute eine ganz andere.

Michael Braungart ist ein Visionär und Cradle to Cradle seine Schöpfung (mit William McDonnough). Modelle zu bauen, die das falsche Alte überflüssig machen, genau darum geht es bei Cradle to Cradle. Es ist ein Modell, das zeigt, wie wir unsere Zukunft und die unserer Kinder und Kindeskinder wieder positiv, schön und freudvoll gestalten können. Letztlich können wir nur schützen, was wir schätzen - und lieben. Cradle to Cradle (C2C) ist Ausdruck einer freundlichen, wertschätzenden Haltung, die alle und jeden dazu einlädt, das Richtige zu tun. Jeder Mensch und jeder positive Schritt zählt, wird wertgeschätzt und belohnt.

Der Ausgangspunkt von Cradle to Cradle (C2C) ist, alles so zu gestalten, dass es als Nährstoff für etwas anderes dient. C2C unterstützt eine gemeinwohlorientierte Kultur. Das Cradle to Cradle Konzept wächst auf der ganzen Welt. Heute bildet diese Denkhaltung eine wichtige Grundlage für die erforderliche Transformation („Green Deal“, „Green Economy“, „Circular Economy“, „Bauhaus der Erde“ u.a.). 2008 haben wir auf einer Tagung in der evangelischen Akademie Loccum gemeinsam mit Michael Braungart, Volker Hartkopf u.a. die Gründung eines „Grünen Bauhaus“ kontrovers diskutiert. Inzwischen wurde das „Grüne Bauhaus“ unter maßgeblicher Unterstützung von Prof. Dr. Dr. Hans Joachim Schellnhuber und Beteiligung der EU-Kommission gegründet.

Wie wurde Cradle to Cradle Teil unserer Arbeit?

Vor 20 Jahren schenkte mir ein Freund das Buch von Michael Braungart und William McDonough: „Das wird Dir gefallen, ist wie für Dich gemacht!“ Er hat Recht behalten, schon beim Lesen der Widmung war ich gewonnen:

„Für unsere Familien und für alle Kinder aller Lebewesen für alle Zeiten!“

Das Buch liefert eine Gebrauchsanweisung für das 21. Jahrhundert. Das war die Geburtsstunde einer Freundschaft und der fortgesetzten Beschäftigung mit einem Konzept, das zur Philosophie taugt. Cradle to Cradle ist seit 15 Jahren immanenter Bestandteil unserer Arbeit. Die dem Buch vorangestellten Botschaften von Albert Einstein, Hildegard von Bingen und Oren Lyons sind auch heute noch hochaktuell. Es sind Kernbotschaften, die im Cradle To Cradle Konzept Berücksichtigung finden:

„Diese Welt wird den derzeitigen Krisenzustand nicht überwinden, wenn die die Denkweise beibehält, die diese Situation hervorgebracht hat.“
„Betrachte die Sonne, sieh den Mond und die Sterne. Erkenne die Schönheit der Natur. Und dann denke nach.“
„Das, was ihr als eure natürlichen Ressourcen bezeichnet, sind für uns unsere Verwandten.“

Cradle To Cradle: Die Natur zeigt, wie wir die Dinge besser machen können

Bildquelle: Freepik.com
Cradle to Cradle basiert auf einer achtsamen Umgang mit der Natur und einem freundlichen Blick auf die Menschen. Ziel ist es, das Leben zu fördern und die uns abstrakt gewordene Umwelt wieder zur Mitwelt zu machen. Von der Natur können wir viel lernen, sie hat „Technik“ schon vor Millionen vor Jahren erfunden. Werke, die diesem Prinzip folgen sind nützlich und verbessern die Lebensqualität auf unserem Heimatplaneten. Schöpfungen der Natur sind bei hoher Funktionalität und großem Nutzen immer auch schön. Eine wesentliche Forderung von C2C besteht darin, das Richtige zu tun und Schönheit zur Entfaltung zu bringen.

Cradle To Cradle fördert menschliche Architektur und menschengerechten Städtebau

Was folgt daraus für die Gestaltung unserer Gebäude und unserer Städte?

Was ist in diesem Kontext das Richtige?

Ziel und Kern von Architektur und Stadt ist der Mensch und seine Gemeinschaft im Kontext Erde. Um diesen Dreiklang geht es. Alle an der Planung und am Bau beteiligten Akteure haben folglich den Auftrag, menschengerechte Häuser und Städte zu schaffen, die diesen Anforderungen gerecht werden. Unter Schönheit verstehen wir dabei die Gestaltung von Atmosphären, in denen Menschen sich wohlfühlen und ihrem Wesen nach frei entwickeln und entfalten können. Stadtquartiere, Häuser und Räume, bei denen das gelingt, werden von den Menschen dauerhaft angenommen. Die europäische Stadt vor 1950 stellt das eindrücklich unter Beweis.

Cradle to Cradle Projekte von Stadt.Haus.Mensch. / Klaus Zahn

Wie wäre es, wenn wir Häuser wie Bäume und Städte wie Wälder planen und bauen würden?

Stellen Sie sich ein Gebäude schön wie einen Baum vor. Ein Gebäude, das Wasser und Luft reinigt, Sauerstoff produziert, Boden und Nährstoffe erzeugt und Lebensraum für vielfältiges Leben bildet. Viele nützliche Eigenschaften von Bäumen lassen sich auf die Gestaltung von Gebäuden oder von Stadtquartieren übertragen und erhöhen die Lebensqualität für Mensch und Mitwelt. Cradle To Cradle versetzt uns in die Lage, konventionelle Architektur und Stadt-planung in eine weitaus bessere Qualität für Gebäude, Städte und Dörfer zu verwandeln, die im Einklang mit den natürlichen Lebensgrundlagen sind.

Prototypen werden zu Landebahnen für unsere Zukunft

„Jetzt ist es an der Zeit, in die Planung unserer Häuser und Städte die Absicht einzubeziehen, im Hinblick auf unsere längerfristigen Auswirkungen auf der Erde nützlich zu sein. Cradle to Cradle integriert ökonomische, ökologische und soziale Vorteile in Produkte, Baumaterialien und Gebäude.“ (Michael Braungart). Das Ziel unseres Schaffens besteht darin, Prototypen für eine positive und freudvolle Zukunft zu schaffen. Diese Haltung ist Teil unserer Vision und Mission und bildet bei unseren Projekten der vergan-genen 25 Jahren das tragende Fundament. Dabei machen wir die Erfahrung, dass die Menschen mit den Räumen in Resonanz gehen, die wir gemeinsam für sie schaffen. Unsere Gebäude und Quartiere ermöglichen die Erfahrung von Synchronizität mit der uns umgebenden Natur. Bauen und Natur sind keine Gegensätze, wenn man diesen Prinzipien folgt. Dann können sich die Menschen als Teil unserer Natur erfahren und ein Klima genießen, dass förderlich ist. Heute freuen sich unsere Bauherren darüber, dass sie sich dafür entschieden haben, das Richtige zu tun. Sie leben und arbeiten heute in Räumen und Atmosphären, die förderlich für ihre Gesundheit und Entwicklung sind. Dazu kommt, dass sich diese Gebäude und Quartiere als weit wirtschaftlicher herausstellen als konventionell geplante, weil sie u.a. energetisch optimiert sind (manche sind fast autark), sodass sich alle über ihre niedrigen Betriebskosten freuen und über ihre daraus folgende größere Handlungsfreiheit jetzt und in der Zukunft.  Man stelle sich vor, wir hätten vor 20-30 Jahren alle unsere Gebäude und Quartiere auf diesem Fundament gebaut.

Cradle to Cradle Projekte

Einige dieser Cradle to Cradle inspirierten Projekte haben wir in der Vergangenheit realisiert, weitere sind in der Planung. Nachfolgend stellen wir Ihnen einige davon vor.

Block 6 am Potsdamer Platz - Ein stadtökologisches Leuchtturmprojekt (2006)

Projekt der Internationalen Bauausstellung (IBA) 1987, Modell-vorhaben Experimenteller Städtebau „Stadtökologie und umweltgerechtes Bauen“. Visionärer Ansatz zur Verwendung von Grau- u. Regenwasser. 1993 wegen techn. Probleme stillgelegt, das Areal verwahrloste. 2006 konnte die Revitalisierung der Gesamtanlage unter Einsatz von viel Herzblut bewirkt werden (statt Rückbau zum Parkplatz auf dem Gelände der ehemaligen Berliner Philharmonie).

Ein ganzheitliches, von Baubiologie und Cradle to Cradle inspiriertes Projekt. Bis heute haben wir auf dieser kleinen innerstädtischen Keimzelle u.a. 45 Mio Liter Trinkwasser eingespart, befreundete Kollegen inspiriert und den Impuls für weitere, darauf aufbauende Projekte gegeben:

2009 AUSZEICHNUNG ZU EINEM DER 365 ORTE IM LAND DER IDEEN.

Wohnquartier Heinrich-von-Kleist-Straße in Potsdam (2013-2016)

Innerstädtische Nachverdichtung

Hohe Qualität zu tragbaren Kosten auf nachhaltigem Fundament.  Miet-geschosswohnungsbau mit 112 neue Wohnungen. Anwendung von Baubiologie und der Cradle to Cradle-Prinzipien und C2C-Materialien, Nachhaltigkeit für Nutzer erlebbar und bezahlbar gemacht.   Flächensparendes Bauen, Familienwohnen, Inklusion (23 barrierefreie Wohnungen); Vorgärten Straße und Gartenhof, hochwertige Außenanlagen mit Mulden-Rigolen-System zur Retention (Schwammstadt). Begrünung Dachrand, KfW 70 (real: „58“); Fahrradeinstellplätze, Car-Sharing, Nahwärmenetz, Vorinstallation Photovoltaikanlage, vom lokalen Energieversorger geforderter Trafo im Keller zur Vermeidung v. Elektrosmog abgewehrt.

DGNB GOLD-STANDARD NEUBAU WOHNEN.

Zukunftsquartier Westend in Berlin (2012-…)- Häuser wie Bäume und Städte wie Wälder 

NACHHALTIGES STADTQUARTIER DGNB VORZERTIFKAT PLATINSTANDARD.rojektentwicklung eines nutzungsgemischten Stadtquartiers mit 570 Wohnungen zzgl. Gewerbe in Berlin-Charlottenburg. Ziel war die Entwicklung eines ganzheitlichen Gesamtkonzepts im Sinne einer Gartenstadt der Zukunft. Durchführung e. internationalen städtebaulichen und architektonischen Wettbewerbs; umfassende Berücksichtigung der Nachhaltig-keitskriterien schon im Wettbewerb.

Anwendung der Cradle to Cradle Kriterien (Circular Economy) und Grundprinzipien der Baubiologie sowie Kriterien Deutsches Gütesiegel Nachhaltiges Bauen (DGNB).

Stadtökologisch vorbildliche Quartiersbauweise mit gutem Städtebau, architektonischer Vielfalt und weitreichender Nutzungsmischung zur Sicherung hoher Aufenthaltsqualität.

Überdurchschnittliche Anforderungen an Bauqualität (Holzmassivbauweise) sowie energetisches Quartierskonzept unter Einbeziehung der Schulen u. benachbarten Krankenhauses. Der Entwurf des ersten Preisträgers (Vandkunsten architects, s. Bild) wurde vom Preisgericht zum „Master of the hearts“ erkoren.

Innovatives Mobilitätskonzept als Praxispartner Forschungsprojekt „Wohnmobil“ BMBF, ISOE Frankfurt und Öko-Institut, Wassernutzungskonzept, Urban Gardening uvm..Vorhaben wurde als wertvoller Beitrag für eine nachhaltige Stadtentwicklung Berlins mit Vorzertifikat

NACHHALTIGES STADTQUARTIER DGNB VORZERTIFKAT PLATINSTANDARD.

Mietgeschosswohnungsbau in Holzmassivbauweise in Elstal (2015-2017)

Innerörtliche Nachverdichtung in historischer, denkmalgeschützten Eisenbahnersiedlung.

Anwendung Kriterien Cradle to Cradle und Baubiologie, Ausführung in Holzmassivbauweise, KfW 50. Hochwertige Außenanlagen mit Mulden-Rigolen-System (Schwamm-stadt), Mehrgenerationenwohnen, Vorgärten Straße und Gartenhof. Begrünte Dächer, Fahrradeinstellplätze,

Nahwärmenetz mit Blockheizkraftwerk.

DGNB PLATIN-STANDARD NEUBAU WOHNEN.

Verschiedene Einfamilienhäuer in ökologischer Holzrahmenbauweise, Berlin- Brandenburg (2004-2012)

Menschen, die ihr eigenes Haus planen sind daran interessiert, die bestmögliche Qualität innerhalb des Budgets zu erreichen. Haben sie die Wahl, wählen sie immer das Haus, dass neben einer funktionalen, ansprechenden Gestaltung auch die ökologischen Belange integriert, denn ihre Gesundheit und die ihrer Familie ist ihnen wichtig. Gleichzeitig ist es für Bauherren essentiell, die Betriebskosten dauerhaft niedrig zu halten. Das wird möglich durch ein qualifiziertes Energiekonzept und viele kleine Dinge, wie z.B. den Einsatz von Wasserspararmaturen.

Vom baubiologischen Feng-Shui Haus bis zum Passivhaus

Bei unterschiedlichen Anforderungen geht es immer um individuelles Bauen am besonderen Ort mit einem besonderen Genius Loci [2]. Uns ist wichtig, dass sich unsere Gebäude in die gewachsene Umgebung integrieren.

Ein Bauherr wollte ein Feng-Shui-Haus bauen hatte dazu einen mit uns befreundeten Feng-Shui-Berater beauftragt, der ihm unser Büro empfohlen hatte. Nach einem Gespräch war für ihn klar, dass er ein baubiologisches Feng-Shui-Haus wollte.

Ein anderer Bauherr kam nach Jahrzehnten aus Brasilien zurück und wollte das alte Satteldachhaus seiner Eltern zu seinem Ruhesitz um- und neu bauen und dabei alles in Holz gestalten.

Wieder ein anderer wollte für seine Familie ein Passivhaus in Holzbauweise, bei dem er viele Eigenleistungen selbst erbringen konnte. Allen Häuser gemein sind hohe ökologische Standards und die Integration von Cradle to Cradle und Baubiologie:

  • Holzbau; Fundamente aus Beton ohne Stahleinlage

  • Gesundheitlich empfehlenswerte Materialien (Holzfußböden; Lehmputz, Lehmbauplatten, mineralische Farben und Putze usw.)

  • Nutzung regenerativer Energieträger (Solarthermie, Photovoltaik, Wärmepumpe)

  • Begrünung, Biodiversität vor Ort vergrößern

  • Feldarme Elektroinstallation zur Vermeidung von Elektrosmog (Netzfreischalter)

  • Strahlungsheizung

„Für unsere Familien und für alle Kinder aller Lebewesen für alle Zeiten!“
„Das Bild, das ich mir von den Menschen heute mache, zeigt, wie wir gerade dabei sind, aus den Bruchstücken unserer erst vor einer Sekunde zerbrochenen Eierschale herauszusteigen. Unsere naive, Versuch-und-Irrtum-gestützte Ernährung ist am Ende. Wir werden mit einer ganz neuen Beziehung zum Universum konfrontiert. Uns bleibt jetzt nur, die Flügel unseres Intellekts auszuspannen und zu fliegen oder unterzugehen; das heißt: wir müssen sofort wagen zu fliegen, und zwar nicht nach den Faustregeln falsch konditionierter Reflexe von gestern, sondern auf der Grundlage der allgemeinen Prinzipien, die das Universum regieren…Wir fangen damit an, die Rolle von Spezialisten, die es nur mit den Teilen zu tun haben, zu vermeiden. Wir lassen uns wohlüberlegt expandieren, anstatt uns zusammenzuziehen, wir fragen: Wie können wir ganzheitlich denken? Wenn es wahr ist, dass das größere Denken auf die Dauer das effektivere ist, müssen wir fragen: Wie groß können wir denken?“
Richard Buckminster Fuller (1957)

[1] Der Ausdruck Politik bezeichnete in den Stadtstaaten des antiken Griechenlands alle diejenigen Tätigkeiten, Gegenstände und Fragestellungen, die das Gemeinwesen – und das hieß zu dieser Zeit: die Polis – betrafen. Entsprechend ist die wörtliche Übersetzung anzugeben als „Dinge, die die Stadt betreffen“. In dieser Bedeutung ist „Politik“ vergleichbar mit dem römischen Begriff der res publica, aus dem der moderne Terminus der „Republik“ hervorgegangen ist. Eine begriffsgeschichtlich besonders prominente Verwendung fand das Wort als Titel eines Hauptwerks des antiken Philosophen Aristoteles, der Politik. (Wikipedia)

[2] Der lat. Begriff genius loci bedeutet übersetzt „der Geist des Ortes“. In der Architektur bezeichnet der Begriff u.a. die baulichen Vorgaben und Merkmale eines Ortes, welche maßgeblich entwurfsbestimmend sein können. Denn jedes Grund-stück definiert sich zunächst aus seiner Lage und der Einbettung in seine Umgebung, hieraus gewinnt es seine Wertigkeit, seinen Charakter und seine Nutzungsmöglichkeiten. Aber der genius loci setzt sich nicht allein aus Boden-beschaffenheit, der Größe eines Areals und anderen messbaren Faktoren zusammen, sondern beinhaltet zudem die Atmosphäre und Aura eines Ortes. In diesem Sinne ist der genius loci ein Konstrukt, in dem Wissen, Erinnerung, Wahrnehmung und Deutung als interpretative Leistung des menschlichen Geistes verschmelzen. Um eine ausgefallene Bebauung mit eigenem Charakter und Ambiente zu erzielen, wird der genius loci oftmals in den Entwurfsprozess für ein Gebäude einbezogen.