Innerstädtische Nachverdichtung im Bestand
Heinrich-von-Kleist-Straße in Potsdam

Gute Lage. Beste Qualität.

Gute Lage. Beste Qualität.

Gute Lage. Gute Qualität

An der Heinrich-von-Kleist-Straße in Potsdam-Babelsberg wurden insgesamt 103 neue Mietwohnungen auf eigenem Grundstück der Eisenbahn-Siedlungs-Gesellschaft Berlin realisiert, davon 91 im Geschosswohnungsbau und 12 als Reihenhäuser. Die neu entstandenen Gebäude arrondieren die Siedlung zu einem Quartier. Das Projekt diente dem Bauherrn als Prototyp und Auftakt zukünftiger vorbildlicher Neubauvorhaben, bei denen preiswerter Wohnraum geschaffen und gleichzeitig die Prinzipien des Nachhaltigen Bauens konsequent umgesetzt werden sollten. Das Projekt zeigt, wie durch eine gelungene innerstädtische Nachverdichtung eine städtebauliche Aufwertung des Stadtquartiers möglich wird.

Tradition und Zukunft zum Ausgleich bringen

Das entstandene Ensemble strahlt eine gelungene Harmonie von Alt und Neu aus. Das wurde erreicht, indem die Gestalt prägenden Erker der Bestandsgebäude als Gliederungselemente aufgegriffen und die ruhigen Dächer in den Neubau weitergeführt wurden. Dazu wurde auch das in den Bestandsgebäuden verwendete Putz- und Ziegelmauerwerk bei den neuen Wohngebäuden verwendet.

Qualitätsvolles Bauen zu tragbaren Kosten

Trotz hoher architektonischer, städtebaulicher und nachhaltiger Qualität lagen die Brutto-Baukosten bei lediglich 1.662 €/m² Wohnfläche (KG 300 und 400), die Gesamtbaukosten brutto (2016) lagen bei 2.100 €/m² (KG 200-700). Erreicht wurde dies durch hohe Prozessqualität in Planung und Realisierung, die Reduktion auf wenige Bauteiltypen und über Einzelvergaben an regionale Bau- und Handwerksfirmen. Als nachhaltig rentabel erweisen sich die flexiblen Grundrisse, die sich bei Bedarf mit geringem baulichen Aufwand an sich wandelnde Lebensstile anpassen lassen. Das Ziel bezahlbarer Warmmieten durch effiziente Flächennutzung und intelligente Grundrisse wurde dadurch erreicht.

Quartiershof mit hoher Aufenthaltsqualität

Auf die Gestaltung des Freiraums wurde großen Wert gelegt. Besonders der entstandene Quartiershof mit Wiesen, kinderfreundlichen Spielflächen und Nachbartreffbereichen zeigt, wie eine hohe Aufenthaltsqualität im Quartier erreicht werden kann. Der Hof mit den weiteren Außenanlagen schafft eine Klammer zwischen Bestand und Neubau und bildet für die Bewohner einen Raum der Begegnung, was Nachbarschaft ermöglicht und stärkt. Der wertvolle Baumbestand wurde erhalten.

Nachhaltig – innen wie außen – und DGNB-Zertifizierung Gold

Von der bewussten Entscheidung für Nachhaltiges Bauen profitieren Mieter und Umwelt gleichermaßen. Der mineralische Deckputz auf den Innenwänden, das Echtholz-Eichenparkett und das Lüftungskonzept garantieren eine hohe Innenraumluftqualität. Zur Anwendung kommen neben wassersparenden Armaturen baubiologisch Cradle-to-Cradle zertifizierte Baustoffe, die sich nach dem Rückbau restlos in die natürlichen und technischen Stoffkreisläufe zurückführen lassen. Die Außenwände werden durch eine mineralische Dämmung mit mineralischem Dickputz (Kratzputz ohne die üblichen Biozide und Fungizide, die das Grundwasser belasten) gedämmt, das Dach und die Innenwände mit natürlichen Holzfaserdämmplatten. Die Fenster sind mit Holz-Alu-Rahmen und 3-Scheibenverglasung ausgeführt. Zur Vermeidung von Elektrosmog wurden die Wohnungen mit Netzfreischaltern geplant.

Das ursprünglich geplante Blockheizkraftwerk wurde wegen einer Gesetzänderung unwirtschaftlich. Deshalb wurden die Gebäude an das lokale Fernwärmenetz angeschlossen. Eine nachträgliche Anordnung von Photovoltaikmodulen wurde vorinstalliert. Der Endenergieverbrauch beträgt 60,5 kWh/m²a, durch den Fernwärmeanschluss konnte der klimaschutzrelevante Primärenergieverbrauch auf 29,7 kWh/m²a reduziert werden. Die Anordnung einer Trafostation im Keller der Wohnhäuser mit damit verbundenem Elektro-smog wurde durch engagierten Einsatz zum Wohl der zukünftigen Bewohner vermieden.

Gelebte Baukultur: Erfolgreiche Prozessgestaltung ermöglicht hohe Prozessqualität

Das Neubauvorhaben zeichnete sich in allen Bauphasen durch hohe Wertschätzung und Respekt der Bau- und Planungspartner aus. Das führte zu einer hohen Motivation und Identifikation mit dem Projekt aller Beteiligten. Die Folge: Die Kosten wurden unterschritten, der Zeitplan übererfüllt. Die ersten Mieter zogen drei Monate früher ein als geplant.

Inklusion und soziales Miteinander fördern

25 Wohnungen für Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen sind barrierefrei erreichbar und ausgestattet. Aufzüge stellen sicher, dass diese Wohnungen über alle vier Etagen verteilt werden konnten. Menschen mit Behinderung können sowohl im Erdgeschoss mit Garten als auch im vierten OG mit Loggia und Fernblick inklusiv wohnen und die Aussicht genießen. Die sorgsam gestalteten Eingangsbereiche und Freianlagen fördern die Begegnung und somit das soziale Miteinander im Block und Quartier.

Große Zufriedenheit

Der Auftraggeber konnte trotz zunächst großer Bedenken dafür gewonnen werden, erstmals einen Architekturwettbewerb und eine Nachhaltigkeitszertifizierung durchzuführen. Im Nachhinein ist er sehr über diese Entscheidung erfreut.

Unsere Leistungen

Projektentwicklung

  • Phase Null (Machbarkeit, Bedarfsplanung, Strategie)

  • Entwicklung Vision und Konzept

  • Konstruktive, produktive Abstimmung mit allen beteiligten Behörden

Projektmanagement

  • Projektsteuerung, Prozessgestaltung

  • Organisation und Durchführung eines Architekturwettbewerbs mit vier beteiligten Büros

  • Intelligente Zusammenstellung Integrales Planungsteam unter Berücksichtigung Prä-Qualifikation Nachhaltigkeit

  • Beteiligung am Deutschen Bauherrenpreis (BDA, GdW)

Nachhaltigkeit

  • Strategie, Konzept, Management, Zertifizierung