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Mehrgenerationen Wohnen im denkmalgeschützten Ensemble
Sanierung Eisenbahnersiedlung, Elstal

Stärkung des historischen Ortskerns - Belebung des Quartiers

Stärkung des historischen Ortskerns - Belebung des Quartiers

Revitalisierung für Jung und Alt

Revitalisierung für Jung und Alt

Qualität durch Kooperation

Qualität durch Kooperation

Ein Cradle To Cradle inspiriertes Quartier

Ein Cradle To Cradle inspiriertes Quartier

Qualitätsvolle Sanierung durch partnerschaftliche Kooperation

Die »Eisenbahnersiedlung Elstal« mit 32 Mehrfamilienhäusern liegt in der Gemeinde Wustermark, 25 km westlich von Berlin. Die unter Denkmalschutz stehende Siedlung erinnert in ihrer städtebaulichen Konfiguration an die Stadtbaukunst von Camillo Sitte und bezieht sich auf die Gartenstadtbewegung der 1920er Jahre. Sie bildet den historischen Ortskern von Elstal.

Vor der Sanierung befanden sich die Gebäude und Gärten in desolatem Zustand, seit ihrer Erbauung in den 1920er und 1930er Jahren waren sie nicht mehr instandgesetzt worden. Entsprechend standen 70 Prozent der Wohnungen leer. Ziel war es, attraktiven Wohnraum vor den Toren Berlins zu schaffen und gleichzeitig die Ortsmitte Elstals wiederzubeleben, weswegen neben den Wohnungen auch die Gewerberäume rund um den Marktplatz für Nahversorger, Gastronomie und Dienstleister zu sanieren waren.

Würdigung der traditionellen Bauweise

Die Sanierungsmaßnahmen erfolgten in enger Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden. So wurden die historischen Biberschwanz-Eindeckungen erneuert. Türen, Fenster, Hauseingänge und Treppenhäuser wurden farb-, detail- und materialgerecht instand gesetzt. An den Fassaden wurde der historische „Wilde Madenputz“ angebracht. Gleichzeitig wurden die EG-Wohnungen altersgerecht umgebaut und holzschutzmittelbelastete Dachstühle neu errichtet. Der alte Charme der Häuser und der Mietergärten wurde Schritt für Schritt behutsam freigelegt. Das Resultat dieser Bemühungen war, dass alle frisch sanierten Wohnungen in kurzer Zeit vermietet werden konnten.

Beitrag zum Klimaschutz

Trotz hoher denkmalschutzbedingter Auflagen und Restriktionen (WDVS war untersagt) wurden die Gebäude auch zukunftsgerecht energetisch saniert: Alte Kastenfenster wurden durch denkmalgerechte Holzfenster ersetzt, Kellerdecken, Dach und oberste Geschossdecken mit Zellulose gedämmt. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine zentrale und hoch effiziente Gas-Brennwertheizung. Auf diese Weise konnte der Primärenergiebedarf um über 60% reduziert werden – ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

Baukulturelles Erbe erhalten

Mit der Sanierung der »Eisenbahnersiedlung Elstal« bekommen die alten Mieter eine bereits verloren geglaubte Heimat zurück. Die neu entstandenen Wohnungstypen ziehen auch neue Mieter - junge Menschen und Familien unterschiedlicher Einkommensschichten - an. Der wiederbelebte Marktplatz, die großen Hausgärten sowie die günstige Regionalbahn-Anbindung an die Berliner City sorgen für weitere Attraktivität des neuen und alten Wohnorts Elstal, dem für die Logistik der Großstadt Berlin hohe Bedeutung zukommt.

Das Sanierungsprojekt »Historische Eisenbahnersiedlung Elstal» zeigt auch in vorbildhafter Weise, wie in partnerschaftlicher Kooperation von Bauherr, Mietern, Kommune und Denkmalschutz eine historische Siedlung qualitätsvoll saniert und gleichzeitig ein baukulturell bedeutendes Erbe erhalten und gesichert werden kann.

Bauherr

Eisenbahn-Siedlungs-Gesellschaft mbH

Architekt

Blumers Architekten

Projektleitung, Projektentwicklung

Klaus Zahn

Statik

Specht Kalleja + Partner Gebäudetechnik GmbH,

Freiraumplanung

Ahner/Brehm Partnergesellschaft von Ingenieuren
(Heute Ahner Landschaftsarchitekten), Königs Wusterhausen

Haustechnik

Specht Kalleja + Partner Gebäudetechnik GmbH, Berlin

Energieberatung, Brandschutz

JH-Ingenieure GmbH, Kleinmachov (EnEV)

IB Harms, Berlin (Holzschutzgutachten)

Bauzeit

2013 - 2016

Daten

Bruttorauminhalt:
ca. 27.600 m³

Nutzfläche:
10.683 m² (gesamt)

Baukosten:
24,3 Mio. € (gesamt)
2.266 € brutto pro m²
inkl. Außenanlagen